Das Relaxed-Voice-Training (RVT)

Das RVT ist ein ganzheitliches Trainingskonzept, das dir hilft frei zu singen, ohne dass du dich von der Technik frustrieren lassen musst.

Es ist aus meiner über 20jährigen Erfahrung als Gesangspädagogin und der Ausbildung zur funktionalen SelbstBeSTIMMT- und Atemtypentrainerin entstanden.

Immer wieder habe ich im Unterrichten nach Möglichkeiten gesucht, meinen Schüler:innen mit möglichst einfachen und gut umsetzbaren Mitteln zu helfen, selbst und zu Hause alleine ein gutes Stimmtraining absolvieren zu können, das sich auch noch zeitlich gut in den meist vollen Tagesablauf einplanen lässt.

Dabei habe ich festgestellt, dass Gesangsübungen alleine da meist nicht ausreichen. Zwar wird das im Funktionalen Stimmtraining (C.Reid) so vermittelt: "Wenn die Muskeln der einzelnen Klangreihen gut miteinander arbeiten, dann reguliert sich der Rest von selbst". Vielleicht hat das in früheren Zeiten, im sog. Belcanto-Zeitalter, als das Leben noch in einem anderen Tempo ablief und sich die Menschen mehr bewegten, wirklich gut funktioniert - aber heute klappt das nicht mehr.
Wir bewegen uns kaum mehr, sitzen meist am Schreibtisch oder auf der Couch und starren auf unser Handy. Da sind Fehlhaltungen, Verspannungen, Muskelabbau und Atemnot schon vorprogrammiert.

Mit dem RVT habe ich eine Möglichkeit geschaffen, dem entgegenzuwirken, den Körper aufzurichten, eine frei fließende Atmung zu ermöglichen und dadurch auch die Stimme so zu befreien, dass sie wirklich gut arbeiten und klingen kann.

Die drei Säulen des RVT

Das Konzept des RVT beruht auf den drei Säulen

Körper     -    Atmung   -   Stimme

Diese drei Säulen sind voneinander abhängig:

  • Eine gut funktionierende und wohlklingende Stimme braucht eine frei fließende Atmung
  • Eine frei fließende Atmung kann sich nur in einem gut aufgerichteten, fehlhaltungs- und überspannungsfreiem Körper entwickeln

 

Die erste Säule: Der Körper

Um den Körper aufzurichten, von Fehlhaltungen und Überspannungen zu befreien, beginnen wir im RVT bei den Füßen.

Das hat folgende Gründe:

  • Die Füße sind weit weg vom meist sehr belasteten System Stimme.
  • Die Füße kann ich anschauen und habe damit eine Kontrolle über das, was ich tu.
    Stimme kann ich nicht sehen, sondern nur indirekt erfühlen, wahrnehmen, hören - das Gefühl von Kontrolle ist sehr schwammig.
  • Die Bauweise unserer menschlichen Füße hat uns den aufrechten Gang ermöglicht - also liegt es Nahe, dort auch anzufangen.

Wie machen wir das?
Wir nutzen im RVT die Fußgewölbesticks von Michael Heptner und bringen den Füßen wieder bei zu Greifen.

Warum profitiert die Stimme vom Training mit den Füßen?

Das funktioniert, weil die querliegende Muskulatur in den Füßen mit allen querliegenden Muskeln im Körper über die "Diaphragmenkette" in Verbindung steht.

Vom Diaphragma, dem Zwechfell, aus abwärts sind das

  • der Beckenboden
  • die Fußsohlen

nach oben

  • die Stimmlippen im Kehlkopf
  • die Zunge
  • das Gaumensegel
  • das Trommelfell in den Ohren

Liegt in einer dieser Strukturen eine Fehlhaltung, eine Verspannung vor, dann überträgt sich das in die anderen Strukturen; diese versuchen, den "Schaden" auszugleichen.

Gebe ich in eine dieser Strukturen einen positiven Impuls hinein, z.B. eine Möglichkeit, Muskulatur zu entspannen bzw. in der richtigen Art und Weise aufzubauen, dann profitieren auch die anderen Strukturen in positiver Weise.

So können wir mit dem Training an den Fußsohlen (Entspannung und Aufbau von Muskulatur sowie Haltungskorrekturen) auch die an der Stimme wesentlichen beteiligten Strukturen Zwerchfell (Atmung), Stimmlippen im Kehlkopf (Tonproduzenten), Zunge (Artikulation und Klang), Zwerchfell (Raum) und Trommelfell (Kontrolle der Stimme) positiv beeinflussen.

Die zweite Säule: Die Atmung

Die Atmung ist der Motor der Stimme.
Die fließende Luft der Atmung wird durch die Bewegungen der Stimmlippen im Kehlkopf in Schwingung versetzt - dadurch entsteht ein Ton.

Wo keine Luft fließt kann kein Ton erklingen.

Durch unsere mangelnde körperliche Aufrichtung, unsere Fehlhaltungen und vor allem auch durch unseren stressigen Alltag, ist eine gute tiefe und frei fließende Atmung kaum mehr möglich.

Die Atemmuskulatur kann sich entweder in unserem schiefen Körper kaum mehr bewegen oder ist mit der Unterstützung der Haltemuskulatur beschäftigt und kann ihre eigentlich Aufgabe gar nicht mehr ausführen.

Daher neigen viele Menschen heute zur Hochatmung, bei der die Schultern hochgezogen werden und der Atem meist nur flach und flattrig ist.

Nachdem wir im RVT den Körper soweit wieder in eine gute Position gebracht haben, dass eine gesunde Atmung halbwegs möglich ist, unterstützen wir das Ganze mit der typengerechten Atmung nach Erich Wilk:

Beim typengerechten Atmen unetrscheiden wir zwei Typen:

  • den aktiv ein- und passiv ausatmenden Bewegungstypen, der von der ausdehnenden Energie des Mondes beeinflusst wird (lunar) und
  • dem aktiv aus- und passiv einatmenden Ruhetypen, der von der verengenden Energie der Sonne beeinflusst wird (solar)

Die Art und Weise wie jemand ein- und ausatmet beeinflusst den ganzen Organismus, die Körperaufrichtung, die Körperbewegungen, die sportlichen Aktivitäten, die Ernährung und auch die Art und Weise wie die Stimme klingt.

Der Atemtyp prägt sich am Tage der Geburt aus, je nachdem, ob die Sonne oder der Mond energetisch die vorherrschende Energie ist.

(Nähere Informationen findest du auf dieser Seite: Terlusollogie und im Netz unter dem Begriff "Atemtypenlehre nach Erich Wilk" oder "Terlusollogie".)

Die dritte Saule: Die Stimme

Die Stimme trainieren wir im RVT hauptsächlich nach dem Funktionalen Stimmtraining, d.h. wir achten darauf, dass die Funktionsweise der beteiligten Muskeln gesund abläuft.

Dadurch erreichen wir eine sehr gute technische Leistung, eine natürliche Klangfarbe und eine kraftvolle Ausdauer der Stimme.

Im Laufe meiner Arbeit als Gesangspädagogin habe ich viele Bücher gelesen und mir eine ganze Reihe von Übungen angeeignet und auch selbst kreiert.

Die wichtigsten Vertreter in meiner Arbeit mit und an der Stimme sind:

  • Oren Brown und seine Gleit- und Bewegungsübungen, die sowohl einen freien Atemfluß als auch eine leichte Stimmgebung ermöglichen.
    Sein Lieblingsausspruch war:
    think - denke, was du tun möchtest, wie es klingen soll
    let - lasse es dann auch so laufen, greife nicht mehr ein und
    trust - vertraue darauf, dass es funktioniert
    Das Denken funktioniert oft noch ganz gut - aber mit dem Lassen und vor allem mit dem Vertrauen ist das so eine Sache, das zu entwickeln dauert meist ein Leben lang.
  • Cornelius Reid und seine Übungen aus dem Belcanto-Training der alten italienischen Gesangsschule:
    Zwei Klangreihen, die unterschiedliche Töne produzieren und unterschiedliche Muskelsysteme im und am Kehlkopf nutzen, werden isoliert trainiert. Wenn beide Systeme ausgewogen trainiert sind, dann können sie auch perfekt zusammen arbeiten.
    Konkret:
    Krafttraining für den Stimmmuskel und die Kehlkopfschließer in der Tiefe (Brustregister)
    Stärkung des c.t. außen am Kehlkopf und der Kehlkopföffner (Falsett)
  • Seth Riggs und sein "Speech level singing".
    Konkret: Der Kehlkopf bleibt beim Sprechen auf einer bestimmten Eben. Wenn diese für die Sprechstimme optimal ist, dann kann sie auch für das Singen verwandt werden.
    Seth Riggs verwendet, wie Oren Brown auch, Gleitübungen aber auch Übungen, die bewußt den Einhhängemechanismus des Kehlkopfes (die Muskelstränge, in denen der Kehlkopf im Hals aufgehängt ist) nach oben und nach unten trainieren, um letztendlich eine mittlere Ebene zu finden.
  • Ein Sammelsurium aus vielen anderen Gesangskozepten (CVT und mehr), die ich über die Jahre ausprobiert und für gut befunden habe.
  • Und zur Unterstützung:
    Die Stimmsticks von Michael Heptner, mit denen wir Körper, Atmung und auch Stimme sogar ohne Töne trainieren können ;-)
     

Das Ergebnis?

Das Ergebnis ist eine Relaxed-Voice - eine Stimme die sehr gut trainiert ist, natürlich klingt, ausdauernd und leistungsfähig ist bis ins hohe Alter (mein ältester Schüler ist 86!).

Eine Stimme, mit der du als leidenschaftliche Sänger:in frei singen kannst ohne dich von der Technik frustrieren zu lassen!